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Aus- und Weiterbildung

Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Sie möchten Ihre ausländischen Berufsqualifikationen in Deutschland anerkennen lassen?

Es gibt folgende Möglichkeiten für Sie:

1. Sie sind Spätaussiedler oder Bundesvertriebener und möchten Ihre Berufsqualifikation anerkennen lassen? Sie können sich gemäß §10 Abs. 2 Bundesvertriebenengesetz (BVFG) die im Herkunftsland erworbenen Abschlüsse oder Befähigungsnachweise anerkennen lassen. Wenn Sie über einen Bundesvertriebenenausweis oder eine Spätaussiedlerbescheinigung verfügen, haben Sie nach §10 BVFG einen Rechtsanspruch auf Antragstellung. Die Antragstellung bei der IHK Arnsberg kann nur erfolgen, wenn Sie Ihren Wohnsitz im Hochsauerlandkreis oder im Kreis Soest haben. Folgende Unterlagen sind für den Antrag erforderlich:

Antrag auf Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation
- Lebenslauf
- Beglaubigte Kopie des Personalausweises
- Beglaubigte Kopie des/der gültigen Bundesvertriebenenausweises/Spätaussiedlerbescheinigung
- Beglaubigte Kopie Ihres Originalzeugnisses mit Noten
- Beglaubigte Kopie Ihrer Zeugnisübersetzung
- Arbeitsbuch (wenn vorhanden)


2. Sie haben einen Berufsabschluss aus Frankreich oder Österreich und streben die Anerkennung der staatlich anerkannten Berufsqualifikation an? Mit einigen Mitgliedsstaaten der EU bestehen bilaterale Abkommen, die die Gleichstellung einiger Berufsabschlüsse regeln.
Bilaterales Abkommen mit Frankreich
Es besteht zwischen Deutschland und Frankreich ein bilaterales Abkommen bezüglich der Gleichstellung von bestimmten Berufsqualifikationen. Die Verordnung zur Gleichstellung französischer Bildungsnachweise über das Bestehen der Abschlussprüfung oder Gesellenprüfung in anerkannten Ausbildungsberufen regelt die Gleichstellung der dort aufgeführten Ausbildungsberufe. In dieser Verordnung werden die Berufsabschlüsse genannt, die als gleichwertig anzusehen sind. Berufe, die dort nicht enthalten sind, können nicht pauschal nach diesen Voraussetzungen gleichgestellt werden. Es bedarf hier einer individuellen Prüfung durch die IHK Arnsberg. Bitte nutzen Sie das Antragsformular und kontaktieren Sie den genannten Ansprechpartner.

Bilaterales Abkommen mit Österreich
Zwischen Deutschland und Österreich bestehen bilaterale Abkommen bezüglich der Gleichstellung von bestimmten Aus- und Fortbildungsabschlüssen. Die Verordnung zur Gleichstellung österreichischer Bildungsnachweise über das Bestehen der Abschlussprüfung oder Gesellenprüfung in anerkannten Ausbildungsberufen regelt die Gleichstellung der dort aufgeführten Ausbildungsberufe. Zusätzlich existiert die Verordnung über die Gleichstellung (Gleichhaltung) österreichischer Bildungsnachweise mit Zeugnissen über anerkannte Fortbildungsabschlüsse, die die Gleichstellung einiger Fortbildungsabschlüsse enthalten. In beiden Verordnungen werden die Berufsabschlüsse genannt, die als gleichwertig anzusehen sind. Berufe, die nicht in der Liste enthalten sind, können nicht pauschal nach diesen Voraussetzungen gleichgestellt werden. Bitte nutzen Sie das entsprechende Antragsformular. Dieses bedarf einer individuellen Prüfung durch die IHK. Bitte kontaktieren Sie den genannten Ansprechpartner.

Die Antragstellung bei der IHK Arnsberg kann nur erfolgen, wenn Sie Ihren Wohnsitz im Hochsauerlandkreis oder im Kreis Soest haben.  Zur Bearbeitung werden folgende Unterlagen benötigt:

Antragsformular
- Beglaubigte Kopie des nationalen Prüfungszeugnisses
- Beglaubigte Kopie Ihres Personalausweises/Reisepasses
- Ggf. Lebenslauf


3. Sie haben Ihren Facharbeiterbrief in der ehemaligen DDR bekommen? Im Einigungsvertrag wird die Möglichkeit einer Gleichwertigkeitsfeststellung der Facharbeiterbriefe aus der ehemaligen DDR mit anerkannten Aus- und Fortbildungsberufen geregelt. Wenn Sie eine Ausbildung in der ehemaligen DDR absolviert haben und diese in den Bereich der Industrie- und Handelskammer fällt, können Sie einen Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit stellen. Oftmals wird ein Bescheid über die Gleichwertigkeit von Facharbeiterabschlüssen mit anerkannten Aus- und Fortbildungsberufen vom Rentenversicherungsträger angefordert. Die Antragstellung bei der IHK Arnsberg kann nur erfolgen, wenn Sie Ihren Wohnsitz im Hochsauerlandkreis oder im Kreis Soest haben.  Zur Bearbeitung werden folgende Unterlagen benötigt:

Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit
- Eine beglaubigte Kopie des Facharbeiterbriefes
- Eine beglaubigte Kopie Ihres Personalausweises
- Einen Lebenslauf (optional)


4. Auf Sie treffen die Punkte 1-3 nicht zu? Dann ist für Sie die IHK FOSA in Nürnberg zuständig. Bitte wenden Sie sich direkt an die IHK FOSA. www.ihk-fosa.de. Eine wichtige Voraussetzung um einen direkten Antrag dort zu stellen ist die Recherche nach dem deutschen Referenzberuf. Wir helfen Ihnen gerne bei dieser Recherche oder das folgende Portal kann Ihnen sicher weiterhelfen: www.annerkennung-in-deutschland.de oder telefonisch unter +49 30 1815-1111. Bitte berücksichtigen Sie, dass bei der Anerkennung/Gleichstellung durch die IHK FOSA Gebühren zwischen 100 bis 600 Euro anfallen. Die tatsächliche Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Verfahrensaufwand, der je nach Beruf und Land sehr unterschiedlich sein kann.
Arbeitslose und arbeitsuchende Antragsteller sollten im Vorfeld der Antragstellung bei ihren zuständigen Agenturen für Arbeit bzw. Jobcentern klären, ob eine Kostenübernahme durch die Arbeitsverwaltung möglich ist. Neben dem Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen ist dabei insbesondere von Bedeutung, ob die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt individuell erforderlich ist. Gleiches gilt ggf. im Anschluss an das Anerkennungsverfahren für die Förderung von evtl. erforderlichen Anpassungsqualifikationen zum Ausgleich von Qualifikationslücken.