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Standortnachteile verstärken den Trend zur Auslandsinvestition Die Industrieunternehmen in Südwestfalen stehen vor wachsenden Herausforderungen, wenn es um Investitionen am heimischen Standort geht. Nahezu die Hälfte der Unternehmen plant, Investitionen in Deutschland zu reduzieren. Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Tendenz, Investitionen im Ausland zu verstärken – derzeit mit einem besonderen Fokus auf Nordamerika.
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ohe Energiekosten, bürokratische Hürden und eine unsichere politische Entwicklung belasten die Betriebe. Insbesondere die fehlende Planbarkeit erschwert langfristige Standortentscheidungen. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, alternative Märkte in Betracht zu ziehen. Nordamerika gewinnt an Bedeutung Der Anteil der Unternehmen, die ihre Investitionen im Ausland erhöhen möchten, liegt bei 37 Prozent, während 40 Prozent ihr Engagement konstant halten. Besonders Nordamerika gewinnt mit einem Anstieg von 41 auf 47 Prozent an Bedeutung und liegt damit nun gleichauf mit der Eurozone. Dagegen verliert die Region Asien/Pazifik (ohne China) fünf Prozentpunkte und fällt auf 17 Prozent zurück. Unternehmen scheinen Nordamerika als wirtschaftlich stabilen Standort zu schätzen, mit innovationsfreundlichen Strukturen und attraktiven steuerlichen Anreizen. Zudem gelten Energiepreise in vielen Regionen als planbarer als in Deutschland, was für produzierende Unternehmen eine entscheidende Rolle spielt. Auch regulatorische Vorgaben sind dort oft flexibler gestaltet, was Investitionsentscheidungen erleichtert. Fokus auf Kostensenkung Während in den vergangenen Jahren viele Unternehmen im Ausland investierten, um neue Märkte zu erschließen, steht mittlerweile die Kostenersparnis im Vordergrund. Der Anteil
wirtschaft 03+04/2025
Foto: UI_forever - stock.Adobe.com
der Unternehmen, die Investitionen zur Kostensenkung tätigen, ist um zwölf Punkte auf 45 Prozent gestiegen. Im Gegenzug nimmt der Anteil derer ab, die ihre Produktionskapazitäten im Ausland zur Markterschließung erweitern – hier zeigt sich ein Rückgang um zehn Punkte auf 25 Prozent. Ähnliches zeigt sich bei den Einsparpotenzialen: Während 2024 noch Energiekosten als größter Hebel galten, steht nun mit 84 Prozent das Personal an erster Stelle – ein Plus von zwölf Punkten zum Vorjahr. Es zeigt sich, dass die hohen Arbeitskosten ein zunehmender Standortnachteil für die Industrie sind. Ein entscheidender Standortfaktor ist zudem das Thema Steuern: Während Staaten wie die USA oder Österreich ihre Steuerlast gesenkt haben, liegt die Steuerbelastung für Unternehmen in Deutschland weiterhin bei rund 30 Prozent – deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 23,6 Prozent und dem EU-Schnitt von 21,1 Prozent. Eine Senkung der Steuerbelastung wäre somit ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland zu stärken.
Einsparpotenziale bei Energie- und Personalkosten
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