![]() | ![]() | ![]() |
titel
Wirtschaft unter Druck Herausfordernd ist die Situation nicht nur im produzierenden Gewerbe, auch der Handel, das Gastgewerbe, das Verkehrsgewerbe und die sonstigen Dienstleistungsbranchen sind betroffen. Trotz vorsichtiger positiver Zeichen aus einigen Sektoren, stehen weiterhin alle Branchen unter Druck und kämpfen mit Unsicherheiten. Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK verdeutlicht die insgesamt angespannte Entwicklung. Übergreifend belasten steigende Kosten, Unsicherheiten in der wirtschaftspolitischen Entwicklung sowie eine schwache Inlandsnachfrage viele Betriebe. Auch der Zugang zu Fach- und Arbeitskräften bleibt eine Herausforderung.
E Wir
brauchen
Vertrauen und we-
niger Regulierung. Andreas Knappstein
ine Erkenntnis zieht sich durch alle Branchen: Es zeigt sich derzeit ein Unterschied zwischen den Unternehmen, die nah am Endverbraucher agieren und denjenigen, die stärker unternehmensnah ausgerichtet sind. Beispielsweise kam es im Gastgewerbe zu einer leichten Erholung, die Erträge haben sich dort spürbar verbessert. Die Einzelhändler melden eine deutlich bessere Lage als der Großhandel, sogleich auch hier die Salden im negativen Bereich liegen. Das Verkehrsgewerbe urteilt insgesamt am positivsten, doch auch dort gilt es zu differenzieren: Die Personenbeförderung meldet tendenziell ein positiveres Gesamtbild als der Gütertransport. Zudem sind die haushaltsnahen Dienstleister deutlich zufriedener mit ihrer Lage und optimistischer als die unternehmensnahen Dienstleister. Die Schwierigkeiten der Industrie machen sich demnach auch in den anderen Branchen bemerkbar. Einzelhandel: Leichte Verbesserungen, weiterhin im negativen Bereich Der Einzelhandel verzeichnet eine leichte Erholung gegenüber dem Herbst, bleibt aber weiterhin unter Druck. Der Lagesaldo (Differenz von „gut“- und „schlecht“-Urteilen) liegt bei minus zehn Punkten, die Erwartungen verschlechtern sich auf minus 22 Punkte. Immerhin zeigt sich eine positive Entwicklung bei
12
der Ertragslage: Während im Herbst nur sechs Prozent von Verbesserungen berichteten, sind es nun 24 Prozent. Trotzdem gibt mehr als die Hälfte der Unternehmen eine schlechte Ertragslage an. Die Investitions- und Beschäftigungsabsichten zeigen leichte Verbesserungen, sind jedoch weiterhin negativ. Während 13 Prozent der Unternehmen eine Aufstockung der Beschäftigung planen (im Herbst waren es nur 2 %), bleiben die Pläne zur Kapazitätsausweitung begrenzt. Der Fachkräftemangel verliert als Risikofaktor an Bedeutung (46 % Nennungen, -17 Punkte zum Vorjahr), während Arbeitskosten mit 73 Prozent als größte Herausforderung wahrgenommen werden. Zudem verliert die Produktinnovation mit minus 15 Punkten zum Vorjahr deutlich an Relevanz, während Ersatzinvestitionen und Rationalisierungsmaßnahmen im Fokus stehen. Um besser arbeiten zu können, wünscht sich IHK-Präsident und Möbelhändler Andreas Knappstein mehr Vertrauen und Dialog: „Wir befinden uns derzeit in einer Situation, in der das Vertrauen darin, dass Unternehmen verantwortungsvoll arbeiten, gering geworden ist. Wir brauchen Bekenntnisse für die Wirtschaft, Vertrauen und weniger Regulierung.“ Großhandel: Tief in der Krise Der Großhandel weist mit einem Saldo von
wirtschaft 03+04/2025
LINK: powered by www.elkat.de