![]() | ![]() | ![]() |
„Gut“, 20 Prozent ein „Schlecht“ und die Lage weist mit einem Saldo von plus 3,3 Punkten unter den industriellen Hauptgruppen das beste Ergebnis aus (Vorleistungsgüterproduzenten -31, Gebrauchsgüterhersteller -43, Investitionsgüterhersteller -32). Wie auch in den Dienstleistungsbranchen schneiden verbrauchernahe Sektoren besser ab als klassische Zulieferer. Die Industrie hat in den IHK-Konjunkturumfragen seit Jahresbeginn 2022 – das waren immerhin neun – permanent an Ertragsstärke eingebüßt. Vor allem die Preise für Energie und Arbeit haben die Margen ständig schmelzen lassen. Denn zu gering waren und sind die Spielräume auf den Märkten, vor allem international, um höhere Preise angesichts gestiegener Stromkosten oder Gehälter durchzusetzen – ein für die Zukunft vieler Betriebe sehr gefährlicher Trend. Trübe Lage, trübe Aussichten: Die Prognose der Industrie für die kommenden zwölf Monate ist ernüchternd: Die Betriebe sind so pessimistisch wie in sonst keinem anderen Wirtschaftszweig. Nur acht Prozent gehen von einer Besserung aus, 36 Prozent von einer Verschlechterung. Zu den größten Risiken zählen die schwache Inlandsnachfrage, steigende Arbeitskosten und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Viele Unternehmen fordern einen klaren Kurswechsel – weniger Bürokratie, spürbare Steuerentlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen. „Das Genehmigungsmanagement macht uns Rohstoffunternehmen zunehmend zu schaffen. Ein Genehmigungsprozess kann bis zu 20 Jahre (!) dauern. Dazu kommen Managementsysteme und ein Nachhaltigkeitsmanagement. Wir müssen zwei bis drei Mitarbeiter allein für die Bürokratie einstellen“, so Verena Adler. Die Investitionsneigung ist besorgniserregend: Jedes zweite Unternehmen reduziert seine Investitionen im Inland. Investiert wird nur in das Nötigste – vor allem in Ersatzbeschaffungen und Effizienzsteigerungen. Auch auf dem Arbeitsmarkt hinterlässt die Krise Spuren. Der Beschäftigungssaldo liegt mit minus 26 Punkten deutlich im negativen Bereich, was auf einen Stellenabbau hindeutet.
wirtschaft 03+04/2025
Zwar verliert der Fachkräftemangel konjunkturbedingt etwas an Dringlichkeit, bleibt aber weiterhin eine zentrale Herausforderung für viele Betriebe. Bauwirtschaft: Stagnation und Unsicherheit Die Bauwirtschaft ist ebenfalls stark von der Rezession betroffen. Besonders der Hochbau leidet unter der schwachen Nachfrage, während das Tief- und Ausbaugewerbe tendenziell etwas stabiler bleibt. Zwar bewerten die Unternehmen ihre Lage insgesamt noch positiv, doch der Saldo der Urteile („gut“ minus „schlecht“) ist deutlich zurückgegangen – von dreißig Punkten im Frühjahr 2024 über 15 im Herbst auf nunmehr 8,5 Punkte zu Jahresbeginn. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Unternehmen, die ihre Lage als schlecht einstufen: Ihr Anteil stieg von 1,1 Prozent im Herbst auf 13,8 Prozent zu Jahresbeginn. Die Erwartungen bleiben gedämpft: Nur acht Prozent der Betriebe rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Die Ertragslage bleibt kritisch – 40 Prozent der Unternehmen melden eine weitere Verschlechterung, während nur 14 Prozent eine Verbesserung erwarten. Die Auftragsbücher sind längst nicht mehr so gut gefüllt wie in den vergangenen Jahren. Mittlerweile bewerten 41 Prozent der Betriebe ihre Auftragslage als schlecht – ein deutlicher Anstieg gegenüber acht Prozent im Herbst. Auch bei den Investitionen zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Im Herbst 2024 planten noch 56 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen, während nur neun Prozent Kürzungen vorsahen. Zu Jahresbeginn wollen hingegen nur noch 28 Prozent mehr investieren, während 31 Prozent ihre Investitionen reduzieren – ein Saldo von -3,2 Punkten und ein Einbruch um 50 Punkte seit Herbst. Besonders die Kapazitätserweiterung verliert als Investitionsmotiv an Bedeutung. Der Fach- und Arbeitskräftemangel bleibt in der Bauwirtschaft ein zentrales Konjunkturrisiko und wird noch häufiger als in anderen Branchen genannt. von Stefan Severin
Ein
Geneh-
migungsprozess kann bis zu
20 Jahre dauern. Verena Adler
11
LINK: powered by www.elkat.de