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editorial
Die eigene Position stärken
Andreas Knappstein IHK-Präsident
Es braucht entschlos-
sene Reformen in Berlin und Brüssel.
wirtschaft 03+04/2025
Der globale Handel gerät unter Druck: Neue Importzölle erschweren den internationalen Warenaustausch, und bereits die Ankündigung solcher Maßnahmen sorgt für Verunsicherung in den Märkten. Gerade für die Exportnation Deutschland ist das eine bedenkliche Entwicklung – und für die Wirtschaft in unserer Region Hellweg-Sauerland von besonderer Bedeutung. 43 Prozent des Industrieumsatzes stammen aus dem Export, hinzu kommt unsere Rolle als Zulieferregion für Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie. Ein funktionierender globaler Handel ist damit nicht nur eine ökonomische Kennzahl, sondern eine zentrale Säule unseres Wohlstands. Doch wie reagieren wir auf diese Herausforderung? Wer glaubt, mit mahnenden Worten über die Vorzüge eines freien Handels Protektionisten in den USA oder China umstimmen zu können, macht es sich zu einfach. Viel wichtiger wäre ein Blick in den Spiegel: Wir müssen unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen. Es sind nicht nur Zölle und Handelshemmnisse, die unsere Industrie ausbremsen. Es ist die Last an Regulierung, eine steuerliche Belastung, die international kaum konkurrenzfähig ist, und eine Energiepolitik, die Unternehmen in
Unsicherheit stürzt. Hier müssen dringend Reformen her. Importzölle verringern die Marktchancen zusätzlich. Das Drängen auf wettbewerbstaugliche Rahmenbedingungen erhält also ein weiteres gewichtiges Argument. Doch es geht nicht nur um den Warenhandel. Viele Unternehmen verlagern Produktionsstätten verstärkt ins Ausland, vor allem nach Nordamerika – wie aus der IHK-Konjunkturumfrage (siehe Titelthema) und unserem USASprechtag (S. 43) hervorging. Das stärkt zwar oft auch den heimischen Standort, doch die Entwicklung ist besorgniserregend: Investitionen im Inland nehmen ab, während sie im Ausland zunehmen – ein klares Signal für bessere Standortbedingungen andernorts. Anstatt sich nur über Protektionismus zu empören, braucht es entschlossene Reformen in Berlin und Brüssel. Handelskonflikte zu beklagen, reicht nicht – wir müssen eigene Stärken ausbauen: durch bessere Standortbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und weniger Bürokratie. Nur so bleibt Deutschland investitionsattraktiv und kann global auf Augenhöhe agieren. Ihr Andreas Knappstein
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