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Betriebliches Gesundheitsmanagement

Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz
Der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz bezieht sich auf den rechtlich verpflichtenden Schutz der Beschäftigten vor arbeitsbedingten Gefährdungen.

Gefährdung durch manuelle Arbeit

In der Arbeitswelt gibt es Tätigkeiten, die durch beanspruchende, ständig wiederholende Bewegungsabläufe Finger, Hände und Arme belasten. Diese manuellen Arbeiten führen auf Dauer zu Verschleiß und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Die aktuelle Auflage der BAuA-Broschüre „Manuelle Arbeit ohne Schaden - Grundsätze und Gefährdungsbeurteilung“ enthält eine Handlungsanleitung mit vielen Beispielen.

Gefährdung durch Arbeiten mit Gefahrstoffen
Gefahrstoffmanagement online mit Datenbanken

Viele Berufsfelder beinhalten die Arbeit mit Gefahrstoffen, welche folgenden Eigenschaften aufweisen: Explosionsgefahr, Brandgefahr, Giftwirkung, Ätz- oder Reizwirkung, Krebsauslöser, Erbgutveränderungen und Umweltgefahr.                                              Um die Gefährdung beim Arbeiten möglichst gering zu halten, gilt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Diese regelt seit 2010 den Umgang mit diesen Stoffen durch Schutzmaßnahmen, Gefährdungsbeurteilungen, Verbote und Beschränkungen.
Eine Übersicht über Online Hilfestellungen für Unternehmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen finden Sie hier.

Arbeitsschutz für den Bildschirmarbeitsplatz

Im Zeitalter der Digitalisierung steigt auch die Anzahl der Beschäftigten, die am Monitor arbeiten. Auf der Basis von § 18 des Arbeitsschutzgesetzes ist die novellierte Arbeitsstättenverordnung 2016 in Kraft getreten und regelt unter anderem die Mindestvorschriften der Sicherheit und der Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten. Einen Leitfaden für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätze finden Sie in der DGUV Information von der VBG.

Arbeitsschutzmanagementsysteme
Umstellung von BH OHSAS 18001 auf ISO 45001:2018

Eine funktionierende Arbeitsschutzorganisation kann durch die freiwillige Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS) erreicht werden. Gelebter Arbeitsschutz bedeutet ein Rückgang von Unfall- und Krankheitsraten, niedrigere Kosten, erhöhtes Bewusstsein der Mitarbeiter für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und eine gesteigerte Rechtssicherheit. Damit wird die Verankerung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in den Führungsstrukturen und Abläufen eines Unternehmens nachhaltig unterstützt. Die DIN EN ISO 45001:2018 als weltweit gültiger Standard, formuliert die Anforderungen an Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutz-Managementsysteme und löst nun die weit verbreitete OHSAS 18001 ab. Es gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren. Bis zum 11. März 2021 sollten Unternehmen auf die neue ISO-Norm umstellen. Vor allem der Umgang mit der Beauftragung von Subunternehmern und die Auslagerung von Leistungen liegen im Fokus der neuen ISO 45001. Zudem weist die neue Norm auch die schon von anderen DIN EN ISO Normen bekannte Highlevel Structure auf.

Alternativ zur ISO 45001 bieten Berufsgenossenschaften das Gütesiegel „Sicher mit System” an. Weitere Informationen erhalten Sie auf dieser Seite der BGHW.
Auf der Seite der Gemeinsamen Deutschen Arbeitschutzstrategie (GDA) können Sie vorab die Arbeitsschutzorganisation Ihres Unternehmens überprüfen und durch Maßnahmen verbessern: GDA-ORGAcheck

Betriebliches Eingliederungsmanagement
Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist eine für den Arbeitgeber verpflichtende Maßnahme zur Überwindung von Arbeitsunfällen und zur Reintegration kranker Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Betriebliche Gesundheitsförderung
Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist eine Unternehmensstrategie, die darauf abzielt, Gesundheitspotenziale zu stärken, Erkrankungen vorzubeugen und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern. Sie umfasst freiwillige Maßnahmen von Arbeitgebern und Beschäftigten im Betrieb – für gesundheitsgerechte Strukturen und Rahmenbedingungen (verhältnisorientiert) sowie Verhaltensweisen (verhaltensorientiert). Dabei erweist es sich als sinnvoll, Beschäftigte zu Experten bzw. Expertinnen in diesem Thema zu machen – z. B. durch entsprechende Lehrgänge.

Weitere Informationen finden Sie in der DIHK Broschüre: "Betriebliche Gesundheitsförderung. Checkheft für kleine und mittlere Unternehmen"

Quelle: DIHK




Thomas Hupertz
M.Sc.
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