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Aus- und Weiterbildung

Was erwartet die Wirtschaft von den Schulabgängern?

IHK erinnert an das Rüstzeug für die Ausbildung

Wer in Ausbildung und Beruf einsteigt, braucht ein solides Fundament. Dazu gehö­ren z. B. sichere Grundkenntnisse in Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften, ein positives Sozialverhalten sowie einige persönliche Grundhaltungen und Einstel­lungen. Eigentlich nichts, was nicht zu schaffen ist. Dennoch stellen die Ausbil­dungsunternehmen immer wieder fest, dass diese Anforderungen häufig nicht erfüllt werden oder gar nicht bekannt sind.

Als Orientierungshilfe für Schüler, Eltern und Lehrer hat die Industrie- und Han­delskammer zu Arnsberg das Wichtigste in einem – jetzt neu überarbeiteten – Flyer zusammen­gefasst: „Was erwartet die Wirtschaft von den Schulabgängern?“ Anschaulich und übersichtlich gestaltet, gibt der Flyer Auskunft über wichtige fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen, die für einen gelingenden Einstieg in das Berufsleben unerlässlich sind.“ Hilfestellung bei der Vorbereitung auf Arbeit und Beruf erwartet die Kammer im Sinne der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft jedoch nicht allein von der Schule, sondern auch von den Eltern. Lernen braucht ein belastbares Fundament, das verantwortungsvoll und so früh wie möglich gelegt werden muss.

Eine unzureichende Grundausstattung der Ausbildungseinsteiger bereitet nicht nur den Unternehmen und dem sozialen Miteinander Probleme. Für den jungen Erwach­senen selbst sei es peinlich, höflichen Umgang oder korrekte Rechtschreibung erst im fortgeschrittenen Alter zu lernen. Auch der Umgang mit Konflikten, ein freundliches Auftreten oder ehrliche Selbstkritik fallen leichter, wenn sie von Kindesbeinen an ganz selbstverständlich geübt wurden.

Unternehmen und Kammer sehen sich nicht zuletzt durch die Ergebnisse der inter­nationalen Schulvergleichsstudie PISA in ihrer Auffassung bestätigt, dass die Gesell­schaft ihrer Schule wieder mehr Aufmerksamkeit schenken muss. Nach den ersten, z. T. auch überstürzten Reaktionen auf PISA und PISA-E erwarten sie nun eine strukturierte und ganzheitliche Debatte, die der Komplexität von Anforderungen und Rahmenbedingungen schulischen Handelns Rechnung trägt.

Eines der Kernstücke besteht nach Auffassung der Wirtschaft in einer größeren Autonomie der Schulen bei gleichzeitiger Gewährleistung von – zwischen den Bundes­ländern noch zu vereinbarenden – Standards. Diese dürfen sich aber nicht im kleinsten gemeinsamen Nenner erschöpfen.

Weitere Aspekte, die die Wirtschaft im Umfeld von PISA auf breiter Ebene erörtert wissen will, sind u. a.:

  • Die Wiederherstellung einer gesunden Leistungs- und Wettbewerbskultur mit angemessenen Startchancen für alle Leistungsniveaus.     
  • Die gezielte Förderung von Stärken und der gezielte Abbau von Schwächen.     
  • Eine Reform der Lehrerausbildung, die einem frühzeitigen Praxisbezug ebenso Rechnung trägt wie dem verstärkten Aufbau von Diagnosefähigkeit und Metho­den- sowie Vermittlungskompetenz.     
  • Die Eingliederung des Elementarbereichs (Kindergarten) in das Bildungssystem und dadurch ein frühzeitiges, altersgerechtes Aufschließen kindlicher Potentiale und Neigungen.     
  • Die Verknüpfung von sprachlicher Sozialisation und sozialer Integration – nicht nur bei Migranten.

Der Flyer „Was erwartet die Wirtschaft von den Schulabgängern“ kann bei der Industrie- und Handelskammer zu Arnsberg, Abteilung Berufsbildung, Königstr. 18 - 20, 59821 Arnsberg, Telefon: 02931/878-116, angefordert werden.