Schlechteste Landesstraßen in Sundern und am Möhnesee

Der IHK-Verkehrsausschuss hat die L 519 zwischen Sundern und Hachen und die L 670 vom Haarweg/B 516 über Möhnesee-Berlingsen nach Soest-Hiddingsen als schlechteste Landesstraßen in der Region Hellweg-Sauerland ausgewählt. Ausschuss-Vorsitzender Hubertus Gössling und IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange stellten die „prämierten“ Strecken der Öffentlichkeit vor.

Jeder Autofahrer hat es schon an der eigenen Felge gespürt: Der Zustand unserer Straßen ist schlecht. Besonders desolat ist die Situation bei den Landesstraßen. 40  Prozent von ihnen sind in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. „ Südwestfalen als drittstärkste Industrieregion Deutschlands ist mit seinem eher grobmaschigen Bundessstraßennetz auf die Landesstraßen angewiesen, und daher in besonderer Weise betroffen“, sagt Dr. Lange. Die stärkere Witterungsanfälligkeit und die unterlassenen Investitionen der Vergangenheit hätten dazu geführt, dass der Anteil schlechter Strecken mit fast 60  Prozent noch signifikant über dem des Landes liege.

Aus einer also zwangsläufig größeren Zahl an „Kandidaten“ für die Kür der schlechtesten Landesstraße hat der IHK-Verkehrsausschuss zwei Strecken ausgewählt. Nr. 1 der schlechtesten Straßen ist die L 519 Sundern – Stemel – Hachen, über die vor allem der wichtige Industriestandort Sundern an die A 46 angebunden wird. Die Strecke weist zahlreiche Spurrillen und Schlaglöcher auf. Die Bankette ist stellenweise brüchig und neigt sich stark zur Seite. Kaum weniger desolat ist die Situation an der L 670 zwischen Möhnesee und Soest mit starken Rissen und Schlaglöchern und zahlreichen Wellen und Unebenheiten. Vor allem bei Nässe ist das eine stetige Gefahrenquelle auf der Nr. 2 der IHK-Hitliste, einer wichtigen Verbindung von Körbecke in die Kreisstadt. 

„Bei der Auswahl der Strecken haben wir neben dem Zustand auch die Bedeutung für den Verkehr berücksichtigt“, sagt IHK-Verkehrsreferent Stephan Britten, der  während seiner Vorauswahl für den Verkehrsausschuss die Strecken „erfahren“ hat. Dabei spielte auch die Verbindungsfunktion und nicht allein die Verkehrsbelastung eine Rolle.

„Ausschlaggebend für diese höchst unbefriedigende Situation ist die chronische Unterfinanzierung des Landesstraßenbauetats“, betont Hubertus Gössling. Seit Jahren werde deutlich zu wenig investiert (2014: 148 Mio. für Unterhalt, Neu- und Ausbau). Damit finde ein fortschreitender Substanzverzehr statt. „Rechtzeitige Instandsetzung könnte größere Folgeschäden verhindern und wäre damit ein Beitrag zur Kostendämpfung“,  so der Arnsberger Spediteur. Die Verschiebung dringend notwendiger Sanierungsmaßnahmen sei am Ende immer teurer und belaste künftige Haushalte und damit die  nachfolgenden Generationen. Ändert sich an der Mittelausstattung nichts, dann muss nach einer Untersuchung der Uni Siegen damit gerechnet werden, dass der Anteil von Strecken, die mit Warnschildern und Geschwindigkeitsbegrenzungen versehen werden müssen, weiter steigt.

Diese Situation ist aus Sicht der IHK nicht mehr länger hinnehmbar. Eine zeitnahe und dauerhafte Aufstockung der Erhaltungsinvestitionen für das Landesstraßennetz sei unbedingt notwendig, fordert der IHK-Verkehrsausschuss. Mit der Prämierung der schlechtesten Landesstraße will die Wirtschaft auf die Problematik aufmerksam machen.  

 

 

Die L519 zwischen Sundern und Hachen ist die schlechteste Landesstraße im Hochsauerlandkreis. Foto: IHK

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Stephan Britten
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