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Betriebsärztliche und Sicherheitstechnische Betreuung

(DGUV Vorschrift 2)

Für die Betreuung durch einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Umfang und die Aufgaben der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung ergeben sich vor allem aus den konkreten Arbeitsbedingungen und Gefährdungen im Betrieb. Die DGUV Vorschrift 2 regelt in konkreten Katalogen den erforderlichen Betreuungsaufwand. Dabei gibt es verschiedene Modelle:

Unternehmen bis 10 Beschäftigte:

Der Umfang der Betreuung richtet sich nach Anlage 1 der DGUV Vorschrift 2

• Regelbetreuung: sicherheitstechnische und betriebsärztliche Grund-betreuung in Abständen von 1/3/5 Jahren je nach Betreuungsgruppe. Die Regelbetreuung wird durch eine anlassbezogene Betreuung ergänzt.

• Alternatives Betreuungsmodell: Teilnahme an Motivations-, Informations- und Fortbildungsmaßnahmen, problembewusstes Arbeitsschutzhandeln im betrieblichen Alltag, Identifizierung und Inanspruchnahme des entsprechenden Beratungs-bedarfs auf der Grundlage nachvollziehbarer Gefährdungsbeurteilungen. Bei besonderen Anlässen muss der Unternehmer eine externe fachliche Betreuung hinzuziehen.

Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten:

Der Umfang der Betreuung richtet sich nach Anlage 2 der DGUV Vorschrift 2

• Regelbetreuung: sicherheitstechnische und betriebsärztliche Grund-betreuung. Die Zeitvorgaben richten sich nach der Betriebsart und dem Aufgabenkatalog. betriebsspezifische Betreuung: Ermittlung des spezifischen Betreuungsbedarfs im Betrieb basierend auf einem Leistungskatalog

• Alternatives Betreuungsmodell

Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten:

• Regelbetreuung

Aufgaben von Fachkräften für Arbeitssicherheit

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen der Arbeitssicherheit einschließlich der menschengerechten Gestaltung der Arbeit zu unterstützen (§ 6 ASiG).

Zu ihren Aufgaben zählen:

1. den Arbeitgeber und die sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen zu beraten, insbesondere bei
a) der Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen und von sozialen und sanitären Einrichtungen,
b) der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen,
c) der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln,
d) der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs, der Arbeitsumgebung und in sonstigen Fragen der Ergonomie,
e) der Beurteilung der Arbeitsbedingungen,


2. die Betriebsanlagen und die technischen Arbeitsmittel insbesondere vor der Inbetriebnahme und Arbeitsverfahren insbesondere vor ihrer Einführung sicherheitstechnisch zu überprüfen,


3. die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit
a) die Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen zu begehen und festgestellte Mängel dem Arbeitgeber oder der sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Person mitzuteilen, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel vorzuschlagen und auf deren Durchführung hinzuwirken,
b) auf die Benutzung der Körperschutzmittel zu achten,
c) Ursachen von Arbeitsunfällen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Arbeitsunfälle vorzuschlagen,

4. darauf hinzuwirken, dass sich alle im Betrieb Beschäftigten den Anforderungen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung entsprechend verhalten, insbesondere sie über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, denen sie bei der Arbeit ausgesetzt sind, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren zu belehren und bei der Schulung der Sicherheitsbeauftragten mitzuwirken.

Unterschied zum Sicherheitsbeauftragten

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit berät den Unternehmer und alle betrieblichen Vorgesetzten in Fragen der Arbeitssicherheit und hat für den gesamten Betrieb umfassende Aufgaben, z.B. bei der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren. Dazu ist umfangreiches Fachwissen erforderlich.

Der Sicherheitsbeauftragte ist i.d.R. in einen bestimmten Arbeitsbereich - z.B. dem Produktionsprozess - eingebunden. Er hat den unmittelbaren Kontakt zu den Kollegen und soll dabei helfen, die Arbeitssicherheit bei der täglichen Arbeit in seinem Umfeld umzusetzen. Er berät seinen direkten Vorgesetzten und ist Vorbild für seine Kollegen. Einzelheiten zum Sicherheitsbeauftragten sind in § 22 SGB VII geregelt.

Sicherheitsbeauftragte sind i.d.R. für Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten vorgeschrieben. Abweichungen für Betriebe mit besonders geringen Gefahren sehen z.T. die Unfallverhütungsvorschriften vor. Die einzelnen Unfallversicherungsträger können aber bei Betrieben mit hohem Gefahrenpotenzial die Grenze auch herabsetzen.

Betriebsarzt

Nach § 2 ASiG ist ein Unternehmer dazu verpflichtet einen Betriebsarzt zu bestellen. Der Umfang der betriebsärztlichen Betreuung hängt von der Betriebsart, der Beschäftigtenzahl, der Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft und von der Betriebsorganisation ab. In der DGUV-Vorschrift 2 werden Einsatzzeit und Mindestbelegschaftsgröße für die Tätigkeit der Betriebsärzte geregelt.

Bei Betriebsärzten handelt es sich um Ärzte mit einer speziellen arbeitsmedizinischen Zusatzausbildung. Grundsätzlich hat der Unternehmer die Wahl zwischen der Betreuung durch einen eigenen Betriebsarzt, einen externen Betriebsarzt oder durch einen Arbeitsmedizinischen Dienst. Bei der Auswahl eines externen Arbeitsmedizinischen Dienstes sollte darauf geachtet werden, dass die Einrichtung ein Zertifikat der Gesellschaft für Qualitätssicherung in der betriebsärztlichen Betreuung (GQA) vorweisen kann.

Die allgemeinen Aufgaben des Betriebsarztes sind im § 3 Arbeitssicherheitsgesetz beschrieben. Dazu gehören unter anderem die Beratung des Arbeitgebers zum Gesundheitsschutz, die Untersuchung und arbeitsmedizinische Beurteilung der Arbeitnehmer und die Beobachtung der Durchführung von Arbeitsschutz und Unfallverhütung. Darüber hinaus gibt es bestimmte Tätigkeiten, die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nötig machen, wie z. B. der Umgang mit Gefahrstoffen.

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